ATELIER ERWIN RIOS


Künstler Statement


Wenn ich male, begegne ich mir selbst und mein Unterbewusstsein spiegelt sich in den Farben und findet Ausdruck in den Bildern. Es ist für mich eine komplexe, anspruchsvolle Arbeit voller Emotionen. Ich betrachte es, kritisiere es, ich zerkratze es, überdecke es mit Acryl Schichten... ich zerstöre es, um letztendlich etwas zu schaffen, das sich als Ausdruck meines tiefsten Inneren herausstellt. Es ist eine Hilfe, meine Gedanken und Gefühle zu organisieren. Daher sind meine Bilder ein sehr persönlicher Ausdruck von Themen, die mich betreffen.

 

Serie QUO VADIS

 

Die Werke der Serie „Quo vadis“ (Wohin gehst du) sind eine Betrachtung der Menschen. Es beginnt bei mir selbst und dem Alltag und weitet sich unweigerlich aus auf alle Formen des menschlichen Miteinanders. „Quo vadis“ Bilder sprechen von Menschen, die alle eines gemeinsam haben: Die Diskriminierung, sei es wegen Geschlecht, Hautfarbe, einer Krankheit, Religion, sexueller Orientierung, sozialem und ökonomischen Status...

Die Themen, die mir ganz besonders am Herzen liegen und in meiner Serie QUO VADIS Ausdruck finden, sind einerseits die unfreiwillige sowie freiwillige Migration (sei es politisch oder wirtschaftlich). Andererseits ist es die soziale Inklusion, nicht nur der Eiwanderer, sondern aller Menschen, die durch Ihre Verschiedenartigkeit von der Gesellschaft exkludiert werden.

 

Ich sehe jeden Einzelnen Betroffenen und sehe was in den Menschen abläuft. Jeder Mensch ist ein einzigartiges Individuum und lebt gleichzeitig in ständiger Interaktion mit anderen Menschen. Dies wirft Fragen auf: Wer bin ich? Wie gehe ich mit mir selbst und mit anderen Menschen um - wie wirkt es sich auf das Ganze aus? Letztendlich geht es jedem darum Liebe, Wertschätzung und Glück zu erfahren. Der erste Schritt dahin ist die eigenen Mauern im Gehirn niederzureißen, den Blickwinkel zu erweitern und das Herz zu öffnen.

 

Diskriminierung ist oft ein gesellschaftliches oder politisches Konstrukt, eine künstlich geschaffene Reduktion einer bestimmten Gruppe von Menschen auf Merkmale, die einem bestimmten Ziel dienen. Man kann leicht mit den Bedürfnissen, Wünschen oder der Urangst der Menschen vor dem Unbekannten spielen. Daher ist es äußerst wichtig, dass die Menschen eine breitgefächerte Ausbildung erhalten, denn Wissen kann schützen. Es ist wichtig, über das Thema zu sprechen, es ist wichtig, das Thema öffentlich präsent zu halten. In meinen Bildern verarbeite ich meine Emotionen und möchte den Betrachter bitten, sich mit seinen eigenen Emotionen und Gedanken zum Thema auseinanderzusetzen.

 

Serie MOMENTE

 

Eines der Themen, mit denen ich mich befasse, ist unser Lebensraum. Abholzung, Überschwemmung, Dürre ... die Nachrichten prägen sich in meinem Unterbewusstsein ein und vermischen sich mit Fragen. Erinnerungen aus meiner Kindheit und Landschaften von heute ... werden sie morgen noch da sein? Wie werden sie sein? Wie wird unsere Lebensqualität durch die Art und Weise beeinflusst, wie wir mit der Natur umgehen, welche Wechselbeziehungen entstehen... Die Serie „Momente“ untersucht diese Fragen, die unsere Umwelt betreffen.

 

Bei meiner Arbeit erstelle ich Texturen aus Zement, Sand oder anderen Materialien gemischt mit Acryl. Ich benutze einige wenige Farben, die zusammenpassen, um das Gleichgewicht zu erreichen. Bei näherer Betrachtung entdeckt man die mehrfachen Schichten, die die Tiefe erzeugen. Das Bild sollte den Betrachter hineinziehen und die Fantasie anregen. Idealerweise findet eine innere Konfrontation statt.

 

Ich fange in den Bildern Momente, Stimmungen und Realität ein, gemischt mit Fantasie, dies im Bewusstsein, dass nichts so ist wie es war und nichts so bleiben wird wie es ist. Wir tragen die Vergangenheit in unserer Erinnerung, die Zukunft in unserer Verantwortung. Wenn wir unseren Planeten weiter so behandeln wie bisher, wird unsere Zukunft nur noch aus Erinnerung bestehen... Meine Botschaft ist, dass wir unseren Umgang mit der Natur und den Tieren aber ebenso mit unseren Mitmenschen in vielfacher Hinsicht verändern müssen.