ATELIER ERWIN RIOS


KÜNSTLER  STATEMENT

 

Wenn ich nicht male, bin ich wie ein Löwe in Gefangenschaft der nur einen Wunsch hat: in die Freiheit auszubrechen. Wenn ich male, begegne ich mir selbst und mein Unterbewusstsein spiegelt sich in den Farben und findet Ausdruck in den Bildern. Es ist für mich eine komplexe und anspruchsvolle Arbeit voller Emotionen.

 

Ich betrachte es, kritisiere es - ich schäme mich, ich zerkratze es, überdecke es mit Acryl Schichten... ich zerstöre es, um letztendlich etwas zu schaffen, das sich als Ausdruck meines tiefsten Inneren herausstellt. Nach Jahren nehme ich es erneut in die Hand, füge hinzu was fehlt um so mein Ego zu beruhigen... so entstanden viele meiner Bilder in einem jahrelangen Entwicklungsprozess. Ich bin sehr kritisch, weshalb meine Werke bis zum Jahr 2019 niemandem präsentiert wurden.

 

Mir geht es um Themen die mich in meinem tiefsten Inneren berühren, die mich malträtieren und sich akkumulieren bis ich mir Zeit nehme und zulasse, dass sie in den Bildern Ausdruck finden. Themen wie Gleichberechtigung, Terror, Gewalt, Hunger, Konsum, Massenmanipulation, die gelbe Presse, der enorme Einfluss der Wirtschaftsmächte auf wichtige Komponenten unseres Daseins etc., etc...

 

Die Dürre, die Überschwemmung, die Abholzung … die Nachrichten prägen sich in meinem Unterbewusstsein, vermischen sich mit Fragen: Bilder aus meiner Kindheit und Landschaften von heute … werden sie morgen noch da sein? Aus diesen Überlegungen entstanden die Serien EROSION und MOMENTE. 

 

Ich befasse mich mit Erinnerungen aus meiner Kindheit, ich halte Stimmungen, Augenblicke, Realität gemischt mit Fantasie fest; dies in Bewusstheit, dass nichts so ist wie es war und nichts so bleiben wird wie es ist. 

 

Die Vergangenheit tragen wir in unserer Erinnerung, die Zukunft in unserer Verantwortung. Wenn wir unseren Planeten weiter so behandeln wie bisher, wird unsere Zukunft nur noch aus Erinnerung bestehen.

 

 

Ausrottung der Artenvielfalt, Jagd, Urwald Rodung... (Bild „kein Platz mehr da!“). Das ist mein Schrei nach Aufmerksamkeit - Wir müssen umdenken!

 

Ein Thema das mir ganz besonders am Herzen liegt und in meiner Serie QUO VADIS Ausdruck findet, ist die unfreiwillige sowie freiwillige Migration (sei es politisch oder wirtschaftlich) und Integration im weitesten Sinne. Ein Video mit einigen Werken aus dieser Serie ist auf meinem YouTube Kanal Atelier-Rios zu sehen. 

QUO VADIS ist gewidmet ...

 

... an die Menschen, die die überfüllten und teuer bezahlten Transporter der skrupellosen Schlepper verlassen hatten, in der Hoffnung auf ein neues Leben in Frieden.

... an die Flüchtlingstragödie ganz in meiner Nähe bei Parndorf im August 2015, wo 71 Menschen ums Leben kamen, die in einem Kühllastwagen von Ungarn aus nach Österreich in die Freiheit wollten. Ihre Leichen wurden in dem Fahrzeug gefunden, wo man sie zum Sterben einfach zurück gelassen hatte.

... an alle gelöschten Existenzen, verlorenen Hoffnungen ... in den täglichen Tragödien am Mittelmeer.

 

Die Serie QUO VADIS spricht über diejenigen die vor Rassismus, Gewalt und Hunger fliehen.

   

Und zu Letzt…

Malen war immer schon meine Leidenschaft. Ich male nicht um jemanden zu gefallen. Was für den einen gut ist, ist für den anderen schlecht - und das ist gut so. Zum Glück sind wir Menschen verschieden. Aus dieser Verschiedenheit entwickelt sich eine Vielfältigkeit, eine Besonderheit, eine Einzigartigkeit... mehr Kreativität.