ATELIER ERWIN RIOS

Ich bin ein Desaster für jeden „Kunstexperten“

 

Wenn ich nicht male, bin ich wie ein Löwe in Gefangenschaft der nur einen Wunsch hat: in die Freiheit auszubrechen. Wenn ich male, begegne ich mir selbst und mein Unterbewusstsein spiegelt sich in den Farben und findet Ausdruck in den Bildern. Es ist für mich eine komplexe und anspruchsvolle Arbeit voller Emotionen. Ich erniedrige die Kunst, weil ich gegen jede Norm der akademischen Kunstmalerei male. Ich respektiere weder Körperbau, Perspektive noch Lichteffekte - Ich bin ein Desaster für jeden „Kunstexperten“.

 

Ich betrachte es, kritisiere es - ich schäme mich, ich zerkratze es, überdecke es mit Acryl Schichten... ich zerstöre es, um letztendlich etwas zu schaffen, das sich als Ausdruck meines tiefsten Inneren herausstellt. Nach Jahren nehme ich es erneut in die Hand, füge hinzu was fehlt um so mein Ego zu beruhigen...

 

... so entstanden viele meiner Bilder in einem jahrelangen Entwicklungsprozess. Ich bin sehr kritisch, weshalb meine Werke bisher niemandem präsentiert wurden.

 

Es geht um Themen die mich in meinem tiefsten Inneren berühren, die mich malträtieren und sich akkumulieren bis ich mir Zeit nehme und zulasse, dass sie in den Bildern Ausdruck finden. Die gelbe Presse, skrupellose Politiker, der enorme Einfluss der Wirtschaftsmächte, Gleichberechtigung, Terror, Gewalt, Hunger, Konsum, Massenmanipulation etc. etc...

 

 

AN DER GRENZE

 

Was mich z. B. bei dem in den letzten Jahren so aktuellen Migrationsthema besonders erschütterte, war es, die Familien zu sehen, die verloren auf den Autobahnen umherwanderten. Diese Menschen, die die überfüllten und teuer bezahlten Transporter der skrupellosen Schlepper verlassen hatten, in der Hoffnung auf ein neues Leben im Frieden.

 

Oder auch die Flüchtlingstragödie ganz in meiner Nähe bei Parndorf im August 2015, wo 71 Menschen ums Leben kamen, die in einem Kühllastwagen von Ungarn aus nach Österreich in die Freiheit wollten. Ihre Leichen wurden in dem Fahrzeug gefunden, wo man sie zum Sterben einfach zurück gelassen hatte.

 

Sowie die täglichen Tragödien am Mittelmeer mit den gelöschten Existenzen, verlorener Hoffnungen …

 

FREMD 

 

Es geht nicht nur um Wien, es passiert überall, dass Menschen allein sind und sich nicht mehr integrieren können. Hier geht es nicht nur um die Ausländer Problematik sondern auch um alte Menschen, allein stehende Personen mit Kindern oder junge Familien die sich ihr Leben nicht mehr leisten können...oder auch Obdachlose - Menschen mit denen es das Schicksal nicht gut gemeint hat!

 

Integration fällt in einer Großstadt schwer, zwischen so vielen Menschen ist man trotzdem alleine, vor allem wenn man in Geldnot ist. Man lebt am Rande der Gesellschaft.

 

 

ZUM NACHDENKEN

 

Laut Außenministerium leben etwa 565.000 Österreicher im Ausland. Jeder von uns war oder ist fremd.

 

Das Wort Ausländer ist in einigen Ländern zu einer Beleidigung geworden - Es gibt Klischees, man verallgemeinert und stempelt die Menschen ab ohne sie zu kennen... man liest nur noch die Schlagzeilen unseriöser Massenmedien und wirft alles in einen Topf.

 

Stell dir vor:

 

Hitler war Österreicher - sind also alle Österreicher Nazis?

 

In Wien isst man Wienerschnitzel, essen nun alle Österreicher Schnitzel?

 

Der Wiener Walzer ist mit Wien fest verankert, aber tanzen alle Wiener Walzer?

 

Trinken alle Ottakringer am liebsten ein 16ner Blech?

 

Einfach mal zum Nachdenken….

 

MODENSCHAU

 

Dieses Bild habe ich gemalt nachdem ich das Buch "Elf Minuten" von Paulo Coelho gelesen habe.

 

Frauen werden mit leeren Versprechungen nach Europa gelockt, um als Model zu arbeiten und landen letztendlich in der Prostitution. Und die, die diese leeren Versprechungen machen, werden auf Kosten unschuldiger Menschen immer reicher und reicher.

 

Im Grunde hat jedes meiner Bilder ein warum und wieso…

  

LANDSCHAFTEN

 

Ich male nicht um etwas schön zu kreieren, sondern befasse mich mit Erinnerungen aus meiner Kindheit. Ich idealisiere sie und transportiere sie auf die Leinwand. Natürlich mache ich mir auch Sorgen über den Klimawandel und die globale Erwärmung. Ich mache mir Gedanken darüber, wie wir mit der Umwelt umgehen, denn wenn wir so weiter machen, werden uns nur noch Erinnerungen an diese Erde bleiben.

 

Ausrottung der Artenvielfalt, Jagd, Urwald Rodung... (Bild „kein Platz mehr da!“). Das ist mein Schrei nach Aufmerksamkeit - Wir müssen umdenken!

  

Und zu Letzt…

 

Kunst ist nicht schön, Kunst ist nicht gut oder schlecht - Kunst ist Kunst. Ich male nicht um jemanden zu gefallen. Was für den einen gut ist, ist für den anderen schlecht - und das ist gut so. Zum Glück sind wir Menschen verschieden, aus dieser Verschiedenheit entwickelt sich eine Vielfältigkeit, eine Besonderheit, eine Einzigartigkeit... mehr Kreativität.

 

Ich danke für den Besuch, es war mir eine Freude!